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Wissenswertes über Analfisteln

 
Eine Fistel ist eine kleine Röhre bzw. ein kleiner Kanal, der ein Hohlorgan wie zum Beispiel den Darm mit der Körperoberfläche verbindet. Wenn ein solcher Kanal zwischen dem inneren Afterkanal und der äußeren Haut neben dem After entstanden ist, spricht man von einer Analfistel.

 

Es gibt unterschiedliche Arten von Analfisteln, die je nach ihrer Beziehung zu den Muskelgruppen des Schließmuskelsystemes eingeteilt werden:

- submucöse Fistel ( sie ist die häufigste und am besten zu behandelnde Fistel, sie verläuft unter der Schleimhaut des Mastdarmes und hat keinen Kontakt zu den Schließmuskelfasern)

- intersphinktäre Analfistel (ihre Gänge verlaufen zwischen dem inneren und äußeren Schließmuskel

- transsphinktäre Analfistel ( die Gänge durchqueren beide Schließmuskelanteile)

- suprasphinktäre Analfistel (die Gänge verlaufen zwischen Schließmuskel und Beckenbodenmuskel

- extrasphinktäre Analfisteln (die Gänge verlaufen außerhalb der Schließmuskeln und haben ihren Ursprung nur ausnahmsweise in einer Proktodealdrüse

Es gibt auch Mischformen und ausgedehnte Gangsysteme, die als Fuchsbau bezeichnet werden.

Die Analfistel der Ausbreitung I und II machen zirka 80 % des Patientengutes aus.

Entstehung von Analfisteln

Analfisteln sind in der Regel Folge entzündlicher Prozesse der Wand des unteren Mastdarmes. Hier bestehen ehemalige Duftdrüsen, so genannte Proktodäaldrüsen, die sich entzünden und schmerzhafte Eiterherde (Abszesse) bilden. Nach der spontanen oder operativen Eröffnung eines solchen Abszesses entwickelt sich in der überwiegenden Zahl der Fälle eine der oben genannten Fisteln. Diese Bildung kann bereits bei der Operation des Eiterherdes beeinflusst werden, indem die entzündete Duftdrüse im unteren Mastdarm dargestellt und ebenfalls operativ versorgt wird. Aber auch dies gelingt nicht in allen Fällen.

Besonders gefährdet sind Patienten die an chronischen Darmerkrankungen wie z.B Colitis ulcerosa, Morbus Crohn oder Divertikulitis leiden sowie Patienten mit Erkrankungen des Immunsystems (z.B. Aids oder Tumore). Auch Raucher und Diabetiker sind deutlich häufiger betroffen.

Längst nicht alle Eiterherde des Mastdarmes führen zu einer Analfistel. Laut Statistik soll lediglich aus etwa der Hälfte aller Analabszesse eine Fistel entstehen.

Symptome bei Analfisteln / Abzsessen

Schmerz, Schwellung, Rötung und Berührungsempfindlichkeit sowie Fieber und Schüttelfrost sind typische Zeichen der Entzündung. Müdigkeit und Schwäche können ebenfalls hinzukommen. Meistens kommt es zu Eiter,- und Flüssigkeitsaustritt , wenn der Eiterherd durchbricht. Eine Fistel zeigt deutlich geringere Symptome. Hier stehen kleine Eiterpusteln in der Nähe des Darmausganges, die sich in regelmäßigen Abständen entleeren, im Vordergrund. Oft kommt es hierbei auch zu Reizungen und Jucken der Haut um den After herum.

Diagnosemöglichkeiten:

Der Proktologe kann eine Analfistel bei der körperlichen Untersuchung des Afterbereiches diagnostizieren. Wenn jedoch keine äußeren Zeichen wie z.B eine Öffnung in der Haut vorliegen, gibt es u. a. folgende Untersuchungsmethoden:
Proktoskopie (Spiegelung des Enddarms)
Sonographie (Ultraschall des Enddarms)
Fistelographie (Röntgendarstellung mit Kontrastmittel, welches in die Fistel gefüllt wird)

Tasthäckchenuntersuchung (Sondierung der Fistel mit einer speziellen Sonde)
Farbstoffdarstellung (ein flüssiger Farbstoff wird in die äußere Fistelöffnung gespritzt und der Farbstoffaustritt im Darm und damit der Ausgangspunkt der Fistel lokalisiert)
In schwierigen Fällen muß eine MRT (Magnetresonanztomographie) zu Hilfe genommen werden.

Behandlungsmöglichkeiten einer Analfistel:

Im Allgemeinen heilen Analfisteln nicht von allein. Obwohl Antibiotika in manchen Fällen Wirkung zeigen, erfordern hartnäckige Analfisteln ein aggressiveres Vorgehen.

Die Therapie der Analfistel hängt von ihrem Verlauf durch das Gewebe ab. Daher ist es wichtig den genauen Fistelverlauf abzuklären!

Die häufigste Therapieform ist ein chirurgischer Eingriff:

Hier öffnet der Chirurg mit einem Schnitt den Fistelgang (Fistelspaltung) oder schält sie ganz heraus und der Gang wird sparsam ausgeschnitten.

Bei sehr kleinen Fisteln kann die Fistelspaltung ambulant vorgenommen werden. Der Eingriff bei größeren Fisteln wird jedoch normalerweise stationär durchgeführt, da in diesen Fällen eine Narkose erforderlich ist. Größte Sorgfalt wird bei der operativen Versorgung auf die Schonung der Schließmuskelfasern gelegt

Fadendrainage:

Die Fistelspaltung ist bei Fisteln, die lediglich unter der Schleimhaut verlaufen und die Schließmuskelfasern nicht durchdringen, die beste Behandlungsmöglichkeit. Bei tiefer liegenden Fisteln kann der Proktologe jedoch eine Fadendrainage vorziehen. Bei diesem Verfahren wird ein Stück Nahtmaterial von der äußeren Hautöffnung entlang des Fistelkanals durch die innere Öffnung in den Afterkanal verlegt und tritt durch den After wieder aus. Das Nahtmaterial wird dann verknotet, es besteht damit eine Art Dochtwirkung sowohl nach innen zum Darm als auch nach außen zur Haut. Erneute Eiterherdbildungen werden damit vermieden. Über einen längeren Zeitraum (oft mehrere Monate) kann sich der Faden allmählich durch das Gewebe „schneiden“ und bewirkt somit am Ende denselben Effekt wie eine operative Fistelspaltung. Das langsame, selbstständige Durchdringen der Fadenschlinge sichert den Erhalt der Schließmuskelfunktion. Heute werden statt geflochtener Fäden meist dünne Silikonschläuche, sog. vessel loop, verwendet. Auch wenn sich die Drainage nicht vollständig selbst durch das Gewebe geschnitten hat, kann eine operative Versorgung im entzündungsarmen Zustand mit besseren Ergebnissen durchgeführt werden.

Fibrinkleber:

In einigen Fällen wird die Analfisteln durch die Injektion von Fibrinkleber verschlossen. Fibrinkleber ist eine Lösung aus Gerinnungsfaktoren Fibrinogen und Thrombin. Dieser Kleber bildet innerhalb der Fistel einen Gerinnungspfropf, der die Heilung des Fistelgangs fördern kann. Eine Aufrauhung des Fistelganges ist aber zuvor erforderlich, da sich die Oberflächenschicht des Fistelkanales nicht mit dem Kleber verbindet.

Neuartiger Fistelverschluß mit Dünndarmmukosa von Schweinen:

Dieser Analfistelverschluß stellt eine neuartige Alternative zur herkömmlichen Fistelchirurgie dar. Es handelt sich um einen konischen Zylinder aus einem Biomaterial, das die Gewebeheilung fördert. Das Material wird durch den Fistelgang gezogen und füllt diesen vollständig aus. Es besteht aus einem komplexen Kollagen (Protein) Gerüst, das aus Schweinen gewonnen wird, da die Kollagenstruktur dieser Tiere fast der des menschlichen Gewebes entspricht. Ein patentiertes Verfahren sorgt für die Entfernung lebender Zellen, so dass sich im Gewebe keine übertragbaren Krankheitserreger befinden können. Mit speziellen Testverfahren wird bestätigt, dass auch jegliche Viren während des Herstellungsprozesses deaktiviert werden. Es verbietet sich lediglich eine Anwendung bei Patienten mit bekannter Allergie auf Schweineeiweiß.



Wirkungsweise des Implantats:

Nach der Implantation können sich eigene Zellen, Gewebe und Blutgefässe in dem eingebrachten Pfropfen ansiedeln. Unter dem Mikroskop sieht das Implantat wie eine Fasermatte aus, in die das körpereigene Gewebe hineinwächst. Dadurch schützt das eigene Immunsystem das Implantat vor möglichen Infektionen. Noch entscheidender ist, das dass Implantat über eine ausreichende mechanische Festigkeit zur Unterstützung des Gewebes verfügt und gleichzeitig als Gerüst für eine schnelle und gezielte Gewebeaufnahme dient. Nach und nach wird das Gerüst durch eigenes Gewebe ersetzt und rekonstruiert, so dass eine lang anhaltende Wirkung erzielt wird. Dieser Vorgang wird als “Gewebemodellierung” bezeichnet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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